ProMedia Primar 3P 2017-04-05T09:24:06+00:00

Pro Media Primar 3P

Entwicklung professioneller medienpädagogischer Kompetenzen zur Gestaltung von digital unterstützten Lernumgebungen in der Primarstufe für die drei Phasen der Lehrerbildung

Projektidee

Obwohl der Umgang mit digitalen Technologien schon lange als vierte Kulturtechnik und/oder unverzichtbare Schlüsselqualifikation gesehen wird, begleitet die für die Einführung in die Kulturtechniken zuständige Grundschule diese Entwicklung immer noch nicht derart, dass alle Kinder eine grundlegende Medienbildung erhalten. Zudem werden die innovativen Potenziale der digitalen Medien etwa zur Darstellung von Informationen oder zur digitalen Unterstützung von Denk-, Arbeits- und Handlungsprozessen in der Grundschule bislang kaum genutzt. So zeigen Studienergebnisse, dass die Integration von Medienbildungsinhalten in der Grundschule bei Weitem noch nicht flächendeckend erfolgt.

Im Projekt „ProMedia Primar 3P“ werden daher an der Schnittstelle zwischen Grundschulpädagogik, Fach- bzw. Lernbereichsdidaktik, Pädagogischer Psychologie und Mediendidaktik in acht Teilprojekten neue Konzepte zur Integration digitaler Medien in die Grundschule entwickelt und erprobt. Im Fokus des Projektes steht dabei insbesondere die Förderung der Kompetenzen angehender Lehrkräfte zum reflektierten Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

Teilprojekte

Auf Entdeckungstour mit mobile devices im naturwissenschaftlichen Sachunterricht: Durch die hohe Mobilität von Smartphones oder Tablets können die in diesen Geräten enthaltenen Sensoren genutzt werden, den neugierigen Blick auf Umweltphänomene zu fördern.

Kontextorientierte Gestaltung von Filmsequenzen zur Unterstützung individualisierter Lernprozesse im Grundschulunterricht: Digitaltechnologien eröffnen bedeutsame neue Nutzungsformen von Erklär- und Instruktionsvideos im individualisierten Unterricht.

Computergestützte Lernverlaufsdiagnostik und Förderung im Deutsch- und Mathematikunterricht der Grundschule: In diesem Teilprojekt soll herausgearbeitet werden, an welchen Stellen der Diagnose und Förderung die Unterstützung durch Software möglich und sinnvoll ist und welche Anforderungen an derartige Software zu stellen sind.

Intermediale Schnittstellen in der Lernwerkstatt für ästhetische Forschung und Bildliteralität: Angebunden an das in der neuen Studienordnung eingeführte Grundschulprofil „Ästhetische Bildung“ wird in diesem Teilprojekt eine Lernwerkstatt ästhetisch-künstlerischer Bildung für Kinder im Primarstufenbereich eingerichtet, welche explizit an der intermedialen Schnittstelle von analogen und digitalen Medien und Werkzeugen operiert.

Situierter Englischunterricht mit Touch-Technologien in der Grundschule: Dieses Teilprojekt erforscht ein neues Model des Computer Assisted Language Learning (CALL) für die Lehrerausbildung, welches einen kollaborativen Austausch zwischen Lehramtsstudierenden und Lehrkräften beinhaltet.

Schaltlogik als Schnittstelle von Informatik und Technik im Sachunterricht: von haptischen Schaltungen zu digitaler Robotik: Digitaltechnik prägt in unzähligen Bereichen unser Leben. Auch die kindliche Welt wird zunehmend durch Digitaltechnik durchdrungen. Deshalb benötigen die Kinder und Jugendlichen zunehmend ein Verständnis von Digitaltechnik, welches über das reine Anwendungswissen hinausgeht. In diesem Teilprojekt für die Klassenstufen 3 und 4 werden die Kinder mit Problemstellungen konfrontiert, die durch die Anwendung von Schaltlogik gelöst werden müssen.

Spielerisch Programmieren lernen – Aufbau fundamentaler Ideen der Informatik mit erziehungsorientierten Programmiersprachen: In diesem Teilprojekt werden mehrere Inhalts- und Prozessbereiche der von der Gesellschaft für Informatik formulierten Informatikstandards aufgegriffen und in exemplarischen Unterrichtseinheiten spielerisch vermittelt (insbesondere Algorithmen, Sprachen und Automaten, Informatiksysteme, Modellieren und Implementieren, Kommunizieren und Kooperieren).

Entwicklung von Beratungskonzepten für Schüler_innen und Eltern zum Thema Medienbildung: Viele Eltern, aber auch Lehrkräfte, sind angesichts vehement geführter Diskussionen verunsichert, welche erzieherischen Maßnahmen im Umgang mit Medien zu ergreifen sind. Die in diesem Teilprojekt geplante Entwicklung eines professionellen Beratungskonzepts im Bereich Kindermedienschutz soll pädagogischen Akteuren Verfahren zur kombinierten Berücksichtigung von Kindermedienschutz und Kompetenzförderung zur Verfügung stellen. Bei der Konzeptentwicklung stehen dabei insbesondere auch die in der Grundschulzeit zunehmenden Selbstbestimmungspotenziale der Kinder im Mittelpunkt.

Leitung der acht Teilprojekte

  • Prof. Dr. Lutz Kasper, Prof. Dr. Thomas Irion
  • Prof. Dr. Thomas Irion, Hanspeter Hauke
  • Prof. Dr. Uwe Maier, Prof. Dr. Meike Munser-Kiefer, Dr. Henriette Hoppe
  • Prof. Dr. Claudia Vorst, Prof. Dr. Klaus Ripper
  • Prof. Dr. Euline Cutrim Schmid
  • Prof. Dr. Lars Windelband, Armin Ruch
  • Dr. Axel M. Blessing
  • Prof. Dr. Thomas Irion, Jun.-Prof. Dr. Gernot Aich

Transfer in die wissenschaftliche Weiterbildung

Prof. Dr. Detlef Behrmann / Katja Schiefele M.A.

Projektleitung

Prof. Dr. Thomas Irion (Zentrum für Medienbildung)

Projektschulen

  • Klösterleschule Schwäbisch Gmünd
  • Grundschule Mutlangen (Transferschule)
  • Hardtschule Schwäbisch Gmünd (Transferschule)

Partner

  • Gemeinde Mutlangen
  • Kreismedienzentrum Ostalb
  • Planet Schule – Südwestrundfunk/SWR Fernsehen
  • Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (GWHRS) – Abteilung Grundschule Schwäbisch Gmünd
  • Stadt Schwäbisch Gmünd

Über das Projekt „Digitales Lernen Grundschule“ der Deutsche Telekom Stiftung

Viele Grundschullehrkräfte benötigen mehr Unterstützung, wenn es darum geht, guten Unterricht mit digitalen Medien zu machen. Dafür müssen sie entsprechend fort-, vor allem aber anders ausgebildet werden. Daher unterstützt die Deutsche Telekom Stiftung die Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd sowie die Universitäten Bremen, Hamburg und Potsdam, die alle im Rahmen einer Ausschreibung ausgewählt wurden: Sie entwickeln und erproben bis 2018 Konzepte für den produktiven Einsatz digitaler Medien im Grundschulunterricht.