Samstag, 19.Juni – Poster – Zeitschiene 2 

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Programmieren von Robotern – Lassen sich durch eine short-term-Intervention im Grundschulunterricht Kreativität, Selbstwirksamkeit und Interesse fördern? (Helvi Koch, Marianne Schüpbach, Hartmut Giest, Simon Baumgartner)

Im Lernen mit digitalen Medien liegt mehr Potential, als lediglich die Befähigung zu erwerben, Technik und Applikationen bedienen zu können (Giest, 2016; Peschel & Iron, 2016). Nicht nur Informatik-, sondern auch Sachunterrichtsdidaktiker postulieren, digitale Medienbildung schließe dezidiert die informatische Bildung ein (Straube et al., 2018). Hierbei geht es insbesondere darum, engagiert und selbstwirksam digitale Medien zu nutzen, um kreativ gestalterisch tätig zu werden (Knaus, 2017). Bislang fehlt es an systematischen Studien, die prüfen, wie solche Interventionen in den Unterricht umgesetzt werden könnten.

Ziel der vorliegenden Studie war es daher zum einen, die generelle Implementierbarkeit eines manualisierten short-term-Interventionsangebots zu prüfen. Zum anderen wurde die Wirksamkeit des Angebots auf Interesse, Selbstwirksamkeit und Kreativität untersucht. Das Studiendesign folgte einem Pre-Post-Untersuchungsplan mit Experimental- und Kontrollgruppe und das Interventionsangebot adressierte die digitale Bildung am Beispiel des Programmierens von Robotern (vgl. Schäffer & Mammes, 2014; Schmeinck, 2018). Die Studie wurde im Rahmen eines universitären Forschungsseminars an Grundschulen durchgeführt. An der Untersuchung nahmen insgesamt N = 156 Drittklässler*innen teil.

Mit der vorliegenden Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass sich die short-term-Intervention in den Grundschulunterricht implementieren lässt. Im Vergleich mit einer No-Treatment-Kontrollgruppe stiegen die Werte der Interventionsschüler*innen in den Variablen Selbstwirksamkeit und Kreativität nach der Intervention zum Post-Messzeitpunkt signifikant an, das Interesse hingegen blieb unverändert.

Literatur:

Giest, H. (2016). Digitale Medien und schulisches Lernen. In Peschel, M. (Hrsg.), Mediales Lernen (S. 115-132). Baltmansweiler: Schneider.

Knaus, T. (2017). Verstehen – Vernetzen – Verantworten. Warum Medienbildung und informatische Bildung uns alle angehen und wir sie gemeinsam weiterentwickeln sollten. I. Diethelm (Hrsg.), Informatische Bildung zum Verstehen und Gestalten der digitalen Welt (S. 31-48). Bonn: Gesellschaft für Informatik (GI).

Mammes, I., Schäffer, K. & Tuncsoy, M. (2013). „Robotik“ in der Grundschule. Beschreibung des Baus des „Miniatur-Roboters“ Bürstenfuzzi. tu – Zeitschrift für Technik im Unterricht, 38(147), 41-45.

Peschel, M. & Irion, T. (2016). Neue Medien in der Grundschule 2.0 – Grundlagen – Konzepte – Perspektiven. Frankfurt am Main: Grundschulverband.

Schmeinck,  D.  (2018). Wenn  Roboter  laufen  lernen.  Programmieren  in  der  Grundschule.  Sachunterricht Weltwissen, 1, 42-44.

Straube, P., Brämer, M., Köster, H., Romeike, R. (2018). Eine digitale Perspektive für den Sachunterricht? Fachdidaktische Überlegungen und Implikationen. Widerstreit Sachunterricht, 24, 1-11.

Wie recherchieren Grundschulkinder im Internet? Informationskompetenz in der Grundschule (Gesine Andersen, Leena Bröll)

Im digitalen Zeitalter ist das Suchen und Finden von Informationen im Internet eine scheinbar leicht zu bewältigende Aufgabe geworden. Wenn Grundschulkinder im Internet recherchieren, dann geht es am häufigsten um Musik oder das Beschaffen von Informationen für die Schule (KIM-Studie 2018). Daraus resultiert, dass bereits Grundschüler*innen darauf vorbereitet werden müssen, Informationen in digitalen Umgebungen zu suchen, zu prüfen, zu bewerten, darzustellen und darüber hinaus zu erkennen, ob die Inhalte genutzt und weitergegeben werden dürfen.

Das Dissertationsvorhaben im Kontext des BMBF-Projekts „DigiLeG“ zielt darauf ab ein Konzept für den Sachunterricht zu entwickeln, um die Vermittlung von Informationskompetenz unter Einbeziehung medienpädagogischer und informatischer Aspekte sinnvoll in die Grundschule zu integrieren. Bezogen auf die Kompetenzbereiche der KMK (2016) sollen die Aspekte „Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren“, „Problemlösen und Handeln“ und „Analysieren und Reflektieren“ in den Fokus genommen werden. In einer empirischen Untersuchung soll u.a. beobachtet werden, welche Strategien Kinder beim Recherchieren anwenden und wie sie mit den gewonnenen Informationen umgehen (auch hinsichtlich potentieller Falschinformationen). Das videographisch gewonnene Datenmaterial wird inhaltsanalytisch ausgewertet.

Die Ergebnisse sollen einen Beitrag dazu leisten, Informationskompetenz im Sachunterricht zu vermitteln, Lernen mit und über Medien zu ermöglichen und zugleich Schüler*innen bei der Entwicklung eines verantwortungsvollen, reflektierten und kritischen Umgangs mit Inhalten aus (digitalen) Informationsquellen zu unterstützen.