Freitag, 18.Juni – Poster – Zeitschiene 2

Quantenthemen im Grundschulalter – Eine augmentierte Campus-Rallye zur Verknüpfung von Quantenphänomenen mit der Alltagswelt (Isabel Schmoll, Prof. Dr. Markus Peschel)

Viele Phänomene unseres Alltags sind – wenn auch nicht auf den ersten Blick erkennbar – auf quantenphysikalische Prinzipien zurückzuführen. Da aktuell Techniken der Quantentechnologie mehr und mehr Anwendung finden (z.B. Kryptographie) (Hofmeister, 2018 & VDI, 2019), wird sich die Digitalisierung sowie deren Einfluss auf die Wahrnehmung der Quantenphysik deutlich weiterentwickeln. Mit diesen technologischen Veränderungen werden auch Schüler*innen zunehmend konfrontiert, wodurch es möglich und vielleicht erforderlich ist, Quantenphänomene schon frühzeitig (in der Schule) zu thematisieren.

Innerhalb des Projekts „QUANTAG“ werden Schüler*innen während der Kinderuni (www.Kinderuni.Saarland) an quantentechnologische Anwendungen herangeführt, indem einerseits Wissenschaftler*innen adressatengerechte Vorträge zu Phänomenen der Quantenphysik halten, andererseits die Teilnehmer*innen durch eine “Quanten-Campus-Rallye“ aktiv in die Entdeckung quantenphysikalisch arbeitender Arbeitsgruppen und deren Forschung auf dem Campus der Universität involviert werden. Die Rallye führt zu verschiedenen Stationen, an denen die Kinder (in Schülerlaboren, Arbeitsgruppen, Forschungsstationen etc.) einen phänomenologischen Einblick in Quantenphänomene und deren Visualisierungen sowie in einfache Experimente erhalten. AR-Anwendungen innerhalb der Rallye verknüpfen Phänomene der Realwelt (Makroskopische Ebene) mit den Quantenprinzipen als digitale Erweiterung (Submikroskopische Ebene) (Azuma et al, 2001 & Milgram et al, 1994) .

Auf dem Poster werden die Konzeption sowie erste ausgearbeitete AR-Anwendungen der verschiedenen Stationen der Campus-Rallye „Quantenwelten“ vorgestellt und augmentiert.

Literatur

Azuma, R., Baillot, Y., Behringer, R., Feiner, S., Julier, S. & MacIntyre, B. (2001). Recent advances in augmented reality. IEEE Computer Graphics and Applications, 21(6), 34–47. https://doi.org/10.1109/38.963459

Hofmeister (2018); Quantum Computing verstehen. Computational Intelligence. Springer Fachmedien. Wiesbaden: Springer https://doi.org/10.1007/978-3-658-22884-2_7

Milgram, P., Takemura, H., Utsumi, A. & Kishino. F. (1994). Augmented reality: a class of dis- plays on the reality-virtuality continuum. Telemanipulator and Telepresence Technologies 2351, 282–292. https://doi.org/10.1117/12.197321

VDI (2019): Quantentechnologien – Von den Grundlagen zum Markt. URL https://www.quantentechnologien.de [11.01.2021]

Der Einsatz digitaler Medien zur Unterstützung mündlicher Kommunikation in heterogenen Lerngruppen im Englischunterricht der Grundschule (Kullick, Andreas)

Um den heterogenen Sprachkenntnissen der Lernenden im Englischunterricht der Grundschule gerecht zu werden und der im Bildungsplan geforderten Grundsteinlegung für interkulturelle kommunikative Kompetenz nachzukommen, bieten digitale Technologien großes Potential.

Zugleich stellt der Einsatz digitaler Medien eine Herausforderung von hoher Bedeutung dar. Dennoch ist die Zahl der Studien, die das technologiegestützte Fremdsprachenlernen im Grundschulkontext untersuchen, noch sehr gering. Mehrere Forschende haben darauf hingewiesen, dass weitere Untersuchungen nötig sind (u.a. Ziegler 2016; Whyte & Cutrim Schmid 2018) und Forschung und Praxis mehr verzahnt werden sollten (u.a. Müller- Hartmann & Schocker-von Ditfurth 2011).

In der Session wird ein noch nicht abgeschlossenes Promotionsvorhaben vorgestellt, das danach fragt, wie mündliche Kommunikation im Englischunterricht der Grundschule durch den Einsatz technologiegestützter Tasks unterstützt werden kann.
Zur Beantwortung verfolgt das Projekt zwei Teilfragen:

a) Was sind relevante Kriterien für die Gestaltung technologiegestützter kommunikativer Tasks, die den Bedürfnissen einer heterogenen Gruppe junger Lernender gerecht werden? b) Stimulieren oder unterstützen technologiegestützte Aufgaben das kommunikative Fremdsprachelernen in den untersuchten Grundschulklassen?

Der qualitative Forschungsansatz folgt der „Collaborative Action Research“ (Burns 1999). Forschungsdaten werden durch Feldnotizen, Videographie von Unterricht, Interviews und Gruppendiskussionen in drei Fallstudien im Schuljahr 2020/21 gesammelt. Zur Ergebnisfindung werden die Interaktionsdaten des Unterrichts und die Einschätzungen von Teilnehmer*innen ausgewertet.

Literatur:
Burns, A. (1999) Collaborative action research for English language teachers. Cambridge: Cambridge University Press.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.) (2016): Bildungsplan der Grundschule: Englisch. Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag GmbH.

Müller-Hartmann, A., Schocker-von Ditfurth, M. (2011) Task-Supported Language Learning. Paderborn: Schöningh.

Whyte, S., Cutrim Schmid, E. (2018) Classroom Technology for Young Learners. In Garton, S. & Copland, F. (Hrsg.) The Routledge Handbook of Teaching English to Young Learners. London: Routledge, 338-355.

Ziegler, N. (2016) Talking Technology to Task: Technology-Mediated TBLT, Performance and Production. Annual Review of Applied Linguistics, 36, 136-163.

TEgoDi – Ein Ansatz zur systematischen Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen in der Lehramtsausbildung (Christian Schmidt, Gerda Bernhard, Marion Susanne Visotschnig, Jennifer Widmann, Robert Grassinger, Wolfgang Müller, Bernd Reinhoffer, Stefanie Schnebel & Jörg Stratmann)

Für die Förderung digitaler Grundbildung von Grundschüler:innen sind medienbezogene Kompetenzen von Lehrkräften eine notwendige Voraussetzung (vgl. Käfer, Niederberger & Rube 2020, S. 148 f.). Die Entwicklung dieser Kompetenzen wird derzeit als wichtige Aufgabe in der Lehrkraftbildung diskutiert (u.a. KMK 2017) und umfasst medienpädagogische sowie medien(fach)didaktische Kompetenzen (vgl. Irion 2020, S. 64 ff.). Eine systematische Vermittlung dieser Kompetenzen findet sich im Rahmen der Lehramtsausbildung jedoch bislang nur ansatzweise wieder. Zudem gibt es wenig Evidenz zu Einflussfaktoren auf den Aufbau digitalisierungsbezogener Kompetenzen in der Lehramtsausbildung.

Im Beitrag wird ein Ansatz vorgestellt, bei dem im Rahmen zweier verbindlicher Projekte Lehramtsstudierende ihre Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Reflexion von Lehr- Lernangeboten, welche auf die digitale Bildung von Grundschüler:innen abzielen, weiterentwickeln. Im Besonderen wird dabei auf bedarfsorientierte Unterstützungsangebote wie Selbstlernmaterialien, Online-Self-Assessments und tutorielle Begleitung eingegangen, welche die Studierenden im eigenverantwortlichen Kompetenzerwerb unterstützen. Darüber hinaus werden erste Ergebnisse zu Voraussetzungen bei Studierenden und zur Gestaltung der Unterstützungsangebote berichtet, die empirische Hinweise auf Einflussfaktoren geben.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden die daraus resultierenden Konsequenzen für die Gestaltung der Unterstützungsangebote sowie mögliche Transfers in verschiedene Kontexte der Lehrkraftbildung im Grundschulbereich diskutiert.

Literatur:

Irion, T. (2020). Digitale Grundbildung in der Grundschule. Grundlegende Bildung in der digital geprägten und gestaltbaren, mediatisierten Welt. In M. Thumel, R. Kammerl & T. Irion

(Hrsg.), Digitale Bildung im Grundschulalter. Grundsatzfragen zum Primat des Pädagogischen. München: kopaed, S. 49-81.

Käfer, A.-K., Niederberger, M. & Ruber, C. (2020). Grundsatzfragen zur Digitalen Bildung im mittleren Kindesalter. Ergebnisse eines Gruppendelphi-Prozesses mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. In M. Thumel, R. Kammerl & T. Irion (Hrsg.), Digitale Bildung im Grundschulalter. Grundsatzfragen zum Primat des Pädagogischen. München: kopaed, S. 141-166.

KMK [Kultusministerkonferenz] (2017). Bildung in einer digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz in der Fassung vom 07.12.2017, verfügbar unterhttps://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2018/Digitalstrategie _2017_mit_Weiterbildung.pdf [10.01.2021]