Expert:innen-Workshop zur Ermöglichung zukunftsfähiger Schulentwicklungsprozesse an Grundschulen

04.11.2024

Nina Autenrieth

Delphi Workshop

Am 04.11.2024 fand ein internationaler Expert:innen-Workshop im Projektrahmen statt. Nach der Präsentation aktueller Forschungsergebnisse aus der Interviewstudie arbeitete das Expert:innengremium aus dem DACH-Raum an der Kernfrage: Wie kann eine zukunftsfähige Schulentwicklungskultur aufgebaut werden, die den Anforderungen einer VUCA-Welt (charakterisiert durch Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) gerecht wird?

Die bisherigen Forschungsergebnisse deuten auf eine Diskrepanz zwischen den Anforderungen eben jener VUCA-Welt und der gegenwärtigen Situation an Grundschulen hin. Die Analyse offenbart eine überwiegend defensive Grundhaltung gegenüber der digitalen Transformation: Während digitale Werkzeuge zur Effizienzsteigerung von Arbeitsprozessen (bspw. Unterrichtsplanung) Akzeptanz finden, beschränkt sich deren Integration in Lehr-Lern-Prozesse häufig auf die Digitalisierung traditioneller Praktiken. Dies steht im Kontrast zum Potential der Grundschule, die digitale Transformation aktiv mitzugestalten und Zukunftskompetenzen zu fördern.

Der Online-Workshop wurde in Zusammenarbeit von Claudia Baumbusch (Stlv. Leiterin Kulturamt Pforzheim und Expertin für Agilität und lebendiges Lernen und Leiten) und mir konzipiert und moderiert. Teilnehmende Expert:innen:

– Prof. Dr. Christof Arn
Matthias Förtsch
Ulrich Hierdeis
– Dr. Annette Jagla
– Laura Kaleße
– Jun.-Prof.’in Dr. Ulrike Krein
– Prof. Dr. Björn Maurer
Christa Schmid-Meier
Melanie Schäfer
– Prof. Dr. Pierre Tulowitzki

Zentrale Erkenntnisse des Workshops: Das dt. Schulsystem als Mehrebenensystem erfordert ein systematisches Vorgehen für einen ganzheitlichen Mindsetchange. Dabei wurde deutlich, dass Schule noch häufig als „geschützter Raum“ ohne Anreize für Veränderung wahrgenommen wird – quasi als Gegenwelt zur VUCA-Welt. Christof Arn brachte es auf den Punkt: Es ginge nicht um einen Wandel von A nach B, sondern der Wandel selbst sollte das neue B sein. Wichtig sei weiterhin die Auseinandersetzung mit dem permanenten Wandel in Schule, wobei Haltung vor Tools kommen muss. Trotz unterschiedlicher Perspektiven auf das Thema zeigte sich ein deutlich gemeinsames Bild in der Notwendigkeit einer systematischen Transformation.

Die im Workshop entwickelten Thesen und Ideen bilden nun die Grundlage für eine Delphi-Studie – ein Befragungsverfahren, bei dem Expert:innen systematisch zu einem Konsens geführt werden. Diese zielt auf die Entwicklung eines Online-Fort- und Weiterbildungsmoduls für die erfolgreiche Transformation im Grundschulbereich, die ein Agieren und vorausschauendes Handeln in einer VUCA-Welt ermöglichen soll.