Schulentwicklung aktiv mitgestalten
Digital Leadership für Berufseinsteiger:innen in der Grundschule

Kompaktseminar – SoSe 2025

Das Kompaktseminar von Nina Autenrieth befasste sich mit der Frage, wie angehende Grundschullehrkräfte realistisch den digitalen Wandel in der Schule mitgestalten können. Die Studierenden erkundeten moderne Führungskonzepte wie „Digital Leadership“ und „Distributive Leadership“ und entwickelten in kollaborativen Projekten Kompetenzen für innovative Schulentwicklung. Das Seminar verband theoretische Grundlagen mit agilen Methoden und innovativen Handlungskonzepten, wodurch die Teilnehmenden ihre (digitale) Expertise in den Bereichen Organisation, Unterricht und Kooperation weiterentwickeln konnten.

Zusammenfassender Podcast zum Seminar:

Einblicke:

Ablauf

Das Seminar begann mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen und Motivationen der Studierenden. Im Rahmen von Gruppenarbeiten reflektierten die Teilnehmenden ihre persönlichen Beweggründe für die Berufswahl sowie ihre bisherigen Erfahrungen mit schulischer Mitgestaltung – sowohl aus der Schüler:innenperspektive als auch aus ihren praktischen Erfahrungen im Lehrkontext.

Der erste Tag schuf durch die Bearbeitung von Zukunftsvisionen für die Schule eine erste Grundlage für die weitere Arbeit und führte in theoretische Konzepte wie Schulentwicklung und Digital Leadership ein. Am zweiten Tag erweiterten die Studierenden ihre Perspektive durch die Beschäftigung mit positiven, bereits realisierten Beispielen zukunftsorientierter Schulen.

Sie erhielten Einblicke in innovative Lernkulturen wie den offenen Unterricht und konnten konkret nachvollziehen, wie solche Ansätze in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können. Diese Beispiele zeigten den Studierenden auf, welche Möglichkeiten der Schulgestaltung bereits existieren und wie Veränderungsprozesse gelingen können.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelten die Teilnehmenden eigene Ideen für die Schule der Zukunft und konkretisierten diese in einem Design-Thinking-Prozess. Dabei nutzten sie das 3D-Gestaltungstool Delightex, um ihre Visionen in einer interaktiven Umgebung zu visualisieren und durchdachte Entscheidungen über die konkrete Ausgestaltung ihrer Zukunftsschule zu treffen. Diese Arbeit umfasste alle wesentlichen Aspekte des Schullebens – von der Lehr-, Lern- und Prüfungskultur über Kooperationsformen bis hin zu partizipativen Organisationsstrukturen unter Einbezug aller schulischen Akteur:innen.

Die Projektarbeit wurde durch einen kontinuierlichen Feedback-Prozess begleitet, in dem die Studierenden Rückmeldungen von der Zielgruppe einholten und diese in ihre 3D-Umgebungen einarbeiteten.

Das Seminar schloss mit der Präsentation der Ergebnisse in einem „Markt der Möglichkeiten“, der Aufnahme von Podcasts als Seminarleistung und einer gemeinsamen Reflexion der Lernerfahrungen. Begleitend dokumentierten die Studierenden durchgängig ihre Seminarbeiträge mit digitalen Whiteboard-Tools.

Zusammenfassende Auswertung der Seminarergebnisse

Die Lehramtsstudierenden haben zum Ende des Seminars zur Reflexion ihrer Projekte als Seminarleistung Podcasts aufgenommen. Basierend auf der Analyse dieser Podcasts zeigt sich, dass das Seminar eine kreative Entfaltung bei den angehenden Lehrkräften ausgelöst hat. Fast alle Gruppen beschreiben eine positive Überraschung darüber, zu welchen innovativen Visionen sie fähig waren, wenn sie ermutigt wurden, bestehende Schulstrukturen kritisch zu hinterfragen. Die Studierenden betonten durchweg, dass sie „kreativeres geschaffen haben, als ich persönlich von mir dachte, dass ich es schaffen könnte“ und dass das offene, selbstbestimmte Arbeitsformat sie dazu befähigte, weit über ihre eigenen Erwartungen hinauszuwachsen. Besonders die Arbeit mit neuen digitalen Tools und die kollaborative Entwicklung von Zukunftsvisionen wurden als inspirierend und „anders als sonst im Studium“ empfunden.

Die angehenden Lehrkräfte beschreiben in den Podcasts Auswirkungen auf das professionelle Selbstverständnis. Die Zusammenarbeit wurde von mehreren Gruppen als „Blaupause“ für ihre ideale Zukunftsschule beschrieben – ein Arbeiten, das von Offenheit, Kreativität und gemeinsamer Gestaltung geprägt ist. Die Studierenden nehmen aus dem Projekt nicht nur konkrete Ideen für innovative Schulkonzepte mit, sondern vor allem den Mut und das Selbstvertrauen, auch später im Lehrberuf „neue Ideen einzubringen“ und Schule aktiv mitzugestalten. Diese Erkenntnis, dass Veränderung möglich ist, wenn man „einfach mal macht und gemeinsam kreativ ist“, stärkt ihr Selbstbild als zukünftige Gestalter des Wandels und zeigt, wie wirksam partizipative und kreativitätsfördernde Seminarformate bei der Entwicklung innovativer pädagogischer Haltungen sein können.

Ansprechpartnerin:

Nina Autenrieth
nina.autenrieth@ph-gmuend.de
Promovendin und Akademische Mitarbeiterin
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd